Bayer in der Kritik: Vogelsterben dank Neonicotinoiden?! 

Bildquelle: baerchen57 via flickr.com

In der heutigen Landwirtschaft haben die Neonicotinoide das berüchtigte und mittlerweile verbotene Pflanzengift DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan) abgelöst. Seit den 1990er Jahren wird das angeblich selektiv wirkende Nervengift im großen Stil verwendet.

 

Das Märchen vom sicheren Nervengift

Lange Zeit feierte die Agrarindustrie die Neonicotinoide als sowohl zielführend als auch besonders umweltschonend. Die „umweltfreundlichen“ Gifte sollten Schädlinge zielführend ausmerzen ohne dabei „unbeteiligte“ Tiere und Pflanzen zu schädigen.

 

Mitte der 2000 Jahre stellte man jedoch fest, dass beim sogenannten „Beizen“ des Saatguts mit Neonicotionoiden nur ca 5% am tatsächlichen Zielort verbleiben: während 1% vom Wind verweht wird, reichern sich ca. 94% (!) der Gesamtmenge in Boden und Oberflächengewässern an, wo sie Insekten schädigen, die mit dem eigentlich Pflanzenschutz nichts zu tun haben.

 

Insektensterben mit weitreichenden Folgen

 

Das aus der Vergiftung resultierende Insektensterben zieht eine prekäre Nahrungssituation der insektenfressenden Vögel nach sich. Hiervon sind nicht nur die tatsächlich insektenfressenden Arten, sondern auch die, die ausschließlich ihre Jungtiere derartig ernähren, betroffen. Die Tiere verhungern also schlichtweg. In Folge sinkt die Populationsdichte bestimmter Arten mit bis zu 3,5% jährlich (Ergebnisse einer Studie der niederländischen Radboud University).

 


 

Gesunder Menschenverstand versus Profitgier

Die Agrarindustrie findet sich in einer Déjà-vu -Situation wieder: Zum wiederholten Male müsste man sic-bei klaren Verstand- eingestehen, dass die Folgen des vermeintlich sicheren Pflanzenschutzmittels erheblich unterschätzt wurden. Angesichts des angeschlagenen Zustands, in dem sich große Teile der Vogelpopulationen bereits heute befinden, angesichts des unsere menschliche Existenz bedrohenden Bienensterbens und der noch nicht endgültig abschätzbaren Langzeitfolgen der Anreicherung von Neonicotinoiden in Böden und Wasser ist ein weiterer Einsatz dieser „selektiven“ Pflanzenschutzmittel nicht vertretbar.

Tatsächlich ist diese offensichtliche Erkenntnis jedoch noch nicht beim deutschen Konzernriesen Bayer angekommen. Dieser wehrt sich nämlich nicht nur mit Händen und Füßen dagegen seine gefährlichen Pflanzenschutzmittel vom Markt zu nehmen, sondern klagen auch auf eine Aufhebung der bereits bestehenden Beschränkungen zum Einsatz der Neonicotionide.

 

Aktuell läuft eine Petition gegen Bayer auf sumofus.org. Die Zeichner fordern Bayer dazu auf die Neonicotinoide selbstständig vom Markt zu nehmen und den Erhalt der Ökosysteme vor ihre eigenen Profitinteressen zu stellen.

 

 

 

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