Vitamin A in der veganen Schwangerschaft

Vitamin A ist eigentlich nicht nur ein Vitamin. Unter dem Begriff werden mehrere Untergruppen zusammengefasst. Das auch als Retinol bezeichnete Vitamin zählt zu den sogenannten fettlöslichen Vitaminen. Dies bedeutet schlicht und ergreifend, dass für eine Aufnahme des Vitamins durch den Darm in den Blutkreislauf die Anwesenheit von Fett notwendig ist.

Als Veganer musst du dir nur im übertragenen Sinne Sorgen um deine Vitamin A Aufnahme machen. Tatsächlich konsumierst du über die Nahrung nämlich ausschließlich Provitamin A (auch Beta-Carotin genannt) – eine pflanzliche Vorstufe des Vitamin A, die vom Körper zu selbigem umgewandelt wird.
„Echtes“ Vitamin A kann nur über tierische Produkte aufgenommen werden.

Funktion von Vitamin A

Wer besser sehen will, sollte viele Karotten essen. Na, hast du das auch schon einmal gehört?

Es stimmt tatsächlich! Karotten enthalten viel Provitamin A und das ist wichtig für eine gute Funktion der Sehkraft. Aber das war es noch lange nicht mit den Funktionen von Vitamin A. Es ist außerdem am Wachstum, der Immunabwehr und der Zellteilung beteiligt. Außerdem ist es relevant für die Fruchtbarkeit.

 

Pflanzlich versorgt

Natürlich enthalten nicht nur Karotten größere Mengen Provitamin A. Gute Nährstofflieferanten sind auch gelbes und oranges Obst und Gemüse wie Kürbis, Süßkartoffel, Mango, Papaya oder grünes Gemüse wie Spinat, Brokkoli oder Feldsalat.
Direktes Licht, sowie längeres Kochen zerstören das Provitamin A. Darum sollten die gerade benannten Lebensmittel auch immer dunkle und kühl gelagert werden und im Idealfall schnell verzehrt werden. Wer eine optimale Nährstoffaufnahme erreichen möchte, der passiert die Lebensmittel oder kaut zumindest sehr gut. 

 

Nicht zu viel und nicht zu wenig

Der tägliche Bedarf an Vitamin A liegt bei etwa 0,8mg Retinol-Äquivalent am Tag für Frauen (ca. 1 mg für Männer). In der Schwangerschaft sind dann 1,1 mg/Tag ideal.
Die Empfehlung benennt bewusst keine Verzehrempfehlung, da Vitamin A  unserem Körper ja auch über die Umwandlung von Provitamin A zur Verfügung gestellt werden kann. 

Eine Unterversorgung führt zu einer höheren Infektanfälligkeit, einer schlechteren Sehschärfe und einem erhöhtem Krebsrisiko. Es treten zudem Fruchtbarkeitstörungen auf und auch die Wahrscheinlichkeit für einen Eisenmangel steigt.
Tatsächlich kann auch der aktuell so verbreitete Trend zu Proteindrinks zu Vitamin A-Mangel führen. Weil plötzlich eine übermäßige Menge Protein verstoffwechselt werden muss, wird auch übermäßig viel stoffwechselrelevantes Vitamin A verbraucht. Ein weiterer Grund für einen Mangel kann starkes Rauchen, übermäßiger Stress oder schwere Krankheiten wie Krebs oder Aids sein.
Abgesehen von den gerade beschriebenen Szenarien ist Vitamin A Mangel allerdings in Deutschland nicht besonders verbreitet.
Ähnlich steht es auch mit der Vitamin A Überversorgung. Sie kommt nicht allzu häufig vor.

Überhaupt kann sie mit dem pflanzlichen Provitamin A nur schwer erreicht werden.
Der Körper synthetisiert aus dem Provitamin A nämlich jeweils nur so viel Vitamin A wie er gerade notwendig hat und lagert den Rest ein. 

Anders sieht es bei einer Überversorgung aus tierischen Quellen aus. Weil hier das tatsächliche Vitamin aufgenommen wird, wird der Körper überschwemmt und kommt mit der Einlagerung der überschüssigen Nährstoffe nicht hinterher. Eine länger andauernde Überversorgung kann so zu ernsthaften Problemen führen.

 

Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft wird Vitamin A besonders für die Neubildung der embryonalen Zellen benötigt. Besonders relevant ist es dabei für die Bildung der neuronalen Zellen, sowie für die Entwicklung der Sehkraft.

Schwangere sollten allerdings keinesfalls in der Annahme, dass viel viel hilft und man ja jetzt gleich zwei zu versorgen hat, damit beginnen Vitamin A zu supplementieren oder kiloweise Karotten essen. Tatsächlich ist nämlich das absolute Gegenteil der Fall. Während eine Unterversorgung (vgl. oben) eher nicht vorkommt, kann eine Überdosierung fatale Wirkung für das Kind haben. Mögliche Folgen sind schwerwiegende Wachstumsstörungen, sowie Hautveränderungen, Leberschäden und Schäden an den Augen des Embryos.

 

Weil sich Vitamin A auch längerfristig in der Leber ablagert und so auch noch später zu einer wahren „Nährstoff-Flut“ führen kann, solltest du auf derartige Nahrungsergänzungsmittel bereits zu Beginn des Kinderwunsches verzichten.

Diese Gefahr gilt allerdings nur für nicht vegane Nahrungsergänzungsmittel.
Bei einer der Schwangerschaft vorausgehenden Supplementierung mit (pflanzlichem) Provitamin A sind keine negativen Effekte zu erwarten.

Kurz und Gut

Eine Überversorgung mit Vitamin A kann das ungeborene Kind schädigen, deswegen darfst du keinesfalls (tierische) Supplemente einnehmen.
Mit einer ausgewogenen veganen Ernährung bestehend aus genug frischem Obst und Gemüse ist  bist du auf jeden Fall auf der sicheren Seite und kannst deinen leicht erhöhten Tagesbedarf locker decken.

Hast du dich zuvor schon einmal mit Vitamin A auseinandergesetzt? Wusstest du schon um die Gefahren einer Überversorgung? Mich persönlich hat das bei der Recherche sehr überrascht. Wie war das bei dir?

Disclaimer: Alle hier abgebildeten Informationen entsprechen meiner eigenen gewissenhaften Recherche. Ich bemühe mich stets alles so genau wie möglich nachzuvollziehen, um es dann für dich kurz, informativ und lesbar wiederzugeben. Da ich allerdings weder Medizinerin, Biologin, noch Chemikerin bin, können auch mir trotz ausführlicher Recherche Fehler unterlaufen. Meine Beiträge können und sollten darum auch niemals einen ärztlichen Rat ersetzen. 

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